Dass wir erschraken, da du starbst, nein, dass
dein starker Tod uns dunkel unterbrach,
das Bisdahin abreißend vom Seither:
das geht uns an; das einzuordnen wird
die Arbeit sein, die wir mit allem tun.
Ein deutscher Soldat ist gestern gestorben. Ein weiterer von 28, die im Krieg in und um Afghanistan im Kampf ihr Leben gelassen haben. Er ist 29 Jahre alt geworden. Er hinterlässt eine Familie und Freunde, Träume, Zukunftspläne, eine gelebte viel zu kurze Vergangenheit und viele Fragen. Er hatte sich für einen Beruf entschieden, und war bereit, das damit verbundene Risiko zu tragen. Vielleicht musste er sich oft verteidigen für seinen Beruf, aber es war die Berufung, die ihn dafür stark gemacht hat. Ihm wurde eine sehr schwere Aufgabe übertragen, und er war bereit, diese zu erfüllen, egal was es kosten würde. Es hat sein Leben gekostet.
Wie kann es sein, dass ich heute die Online-Nachrichtenmagazine durchlese, und erst nach intensivem Suchen auf magere Informationen stoße? Wie kann es sein, dass Presse und Politik bei diesem Thema so Hand in Hand gehen, dass der Bevölkerung in Deutschland die harte Wahrheit nur bröckchenhaft vorgeworfen wird, dass jeder, der sich ein Bild machen will, unwillkürlich ein falsches bekommt? Wie kann es sein, dass es tatsächlich noch Menschen gibt, die glauben, dass dieser Soldat der erste Gefallene aus Deutschland ist?
Niemand muss den Einsatz deutscher Soldaten im Ausland gutheißen, niemand muss für Krieg und Waffengewalt sein, aber es darf nicht vergessen werden, dass dort Väter, Mütter, Ehemänner und Ehefrauen, Partner, Freunde und Nachbarn ihr Leben aufs Spiel setzen und vielleicht nie wieder heimkehren werden.
Mein tiefempfundenes Mitgefühl gilt den Angehörigen des gefallenen Soldaten und den Kameraden, die den Einsatz nun ohne ihn beenden müssen. Ihnen und den Angehörigen wünsche ich viel Kraft und Mut, die vor ihnen liegenden Aufgaben zu erfüllen. Und allen Soldaten, im Einsatz und zu Haus, wünsche ich den Respekt, der ihnen zusteht.
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Zuletzt aktualisiert: Mi, 23. Dez, 13:37