Heute in zwei Monaten ist das Jahr 2009 schon Geschichte... die Zeit rennt.
Aber zum ersten Mal seit ewigen Jahren wusste ich schon im Oktober, was ich an Silvester machen würde. Im Gegensatz zu all den anderen Jahren, wo ich feste Pläne oft erst am 31. Vormittags schmiedete, ist heute schon klar, es geht gleich nach den Weihnachtsfeiertagen nach Stuttgart, den Ex-Lieblingsstudi besuchen.
Ich bin gespannt, wie Silvester ohne das Brandenburger Tor sein wird. Dieses Jahr wird eben alles anders.
Ich habe ab genau jetzt ein bißchen über zwei Wochen Zeit, noch schöner, noch schlanker und noch begehrenswerter zu werden.
Worauf hab ich mich da nur eingelassen, gottohgottohgott.
Das erste Date seit über 6 Jahren, ich weiß gar nicht, wie das geht?
Und was zieh ich an?
Ganz klar, ich muss shoppen gehen, vorher passiert hier gar nichts.
Ein bißchen unheimlich sind mir die Zufälle und Umstände und Gemeinsamkeiten... da muss ein Haken sein, ich weiß es. Ich sollte vielleicht doch erstmal in seinen Keller gucken, ob seine Mutter dort im Schaukelstuhl vor der Heizung sitzt...
Eine seltsame Begleiterscheinung des Single-Sein ist, dass ich mir als alleinstehende Frau etwas komisch vorkomme, mich mit einem verheirateten Mann zu verabreden. Dabei passiert das aus rein sympathischen Gründen und ich hoffe, irgendwann kann seine Frau auch mal dabei sein, und wenns unbedingt sein muss auch dieser kleine vierjährige Blondschopf, der sich völlig unerschrocken neben mich gesetzt hatte und mir die Bratwurst vom Teller aß (... und wer mich kennt weiß, dafür gehört eigentlich mehr Mut, als ein normaler Vierjähriger haben kann...), und doch komme ich mir seltsam vor.
Wahrscheinlich liegt das daran, dass ich selbst früher immer behauptet habe, eine reine Freundschaft zwischen Mann und Frau kann nicht existieren und es als äußerst kritisch angesehen habe, wenn einer "meiner" Männer irgendwelche zarten Freundschaftsbande mit dem weiblichen Geschlecht aufrecht erhielt, jüngste Erlebnisse haben aber selbst mich vom Gegenteil überzeugt.
Ich bin im Moment sowieso Mitglied einer Randgruppe, eine Zahl hinter dem Komma in der Statistik, eine Alleinstehende in einer Gesellschaft voller junger Eltern und verheirateter Paare, und so sehr ich dazu gehören möchte, so sehr habe ich Angst, ausgegrenzt zu werden, weil ich eben nicht den Partner im Rücken habe, der signalisiert, die ist harmlos, die ist vergeben...
Hab ich heute schon den ganzen Tag im Ohr. Woher das bloß kommt, ich werd wirklich langsam alt und sentimental.
Bestes Herzrepariermittel ist übrigens ein Kurzurlaub bei der allerbesten allerlängsten Freundin, besonders wenn diese gerade angefangen hat, hinterm Zaun zu studieren, und ihre Kameraden(-innen) und Kommilitonen(-innen) just in meiner Besuchswoche lustige Spiele in Uniform absolvieren müssen. Jede Angehörige kennt die ausufernden Geschichten vom lustigen Beisammensein an Mittwochabenden, und endlich einmal hatte ich die Chance, nicht nur die Verschwendung meiner Steuergelder, sondern auch den Wahrheitsgehalt aller Geschichten, Vorurteile und hartnäckiger Gerüchte zu überprüfen, die so über unsere Jungs und Mädels da draußen kursieren.
Es gibt gute und schlechte Nachrichten. Die gute Nachricht ist, die heranwachsende militärische Führungsgeneration ist keine schlechte, ich war überrascht von der Ernsthaftigkeit der Gespräche, der geistigen Entwicklung von Anfang 20-Jährigen und deren Familienstand. Der Trend geht, zumindest kam es mir so vor, wieder zur frühen Familiengründung, was vielleicht auch am Job liegen kann. Die weiterhin gute Nachricht ist, es werden Mittwochs keine Orgien gefeiert, jedenfalls nicht vor Dienstschluss.
Die schlechten Nachrichten sind, der Stromverbrauch in Deutschland wird sich zumindest in den nächsten drei Jahren nicht verringern, aber nun weiß ich wenigstens, wo meine Gelder hinfließen, und ich verstehe durchaus die Notwendigkeit von Kühlschrank, Gefriertruhe und Mikrowelle neben der Koje, was ich noch nicht ganz verstehe ist, wozu man zwei Rechner, einen Fernseher und die Heizung bei offenem Fenster laufen lassen muss, wenn niemand da ist... Aber zum Sicherheit produzieren wird eben Strom gebraucht. Eher nicht so gut ist auch die Nachricht, dass es immer mindestens eine Person, männlich und weiblich, gibt, die alle Klischees in sich vereint und alle Vorurteile bestätigt. Aber, und das ist wieder die gute Nachricht, Ausnahmen bestätigen die Regel, schade nur, wenn diese Ausnahme ein Bild nach außen prägt, das nicht repräsentativ ist.
Ich bin dafür, dass jeder Zivilist einmal eine Woche in seinem Leben hinter dem Zaun verbringt, ich verstehe nun vieles besser, bin etwas neidisch, sehr beeindruckt und würde mir wünschen, dass Vorraussetzungen geschaffen werden, in denen unsere Jungs und Mädels ihren Willen und ihren Rücken gestärkt bekommen und sich wieder trauen können, mit Herz, Kopf und Bauch hinter einer Sache zu stehen, denn der Idealismus schwindet, was ich persönlich sehr schade finde.
Schön wars hinterm Zaun, Freundinnenbesuch einmal anders.
//* trällert falsch: "Ein Herz das kann man repariern... ich kenn da eine Kur... da hilft Küssen nur... ein Herz das kann man repariern..."
Was ist eigentlich aus dem armen s am Wortende passiert? Habe ich eine Rechtschreibereform verpasst, bei der das s gegen das z ausgetauscht wurde? Ich würde am liebsten jeden Chat, jede Nachricht, jeden Forenbeitrag, jede Mail auf der Stelle der Rechtschreibepolizei melden, sobald grinz, Mädelz und Konsorten auftauchen. Getoppt wird das nur noch von der Machtübernahme des ü über das i... Neuerdings haben sich die Kiddies ja lübb statt lieb und grinzen um die Wette.
Jede Generation hat ihre seltsamen Wortkreationen, aber meine hat ihre zumindest richtig schreiben können... Ich freue mich schon auf künftige Bewerbungsanschreiben, Lübbe Frau June, mit freundlichen Grüzzen.
Krieg und Frieden ist der zweite Versuch. Der erste scheiterte vor vielen Jahren an meiner Französischlehrerin, die mir die französische Sprache vermieste und dem Umstand, dass ich aus der Bücherei nur den ersten Teil ohne die deutsche Übersetzung der französischen Passagen auslieh... die war nämlich im 2. Band.
Auf drei, neun und halb acht Uhr liegt die Entspannung fürs Gehirn zwischendurch...
Gestern hab ich endlich mal wieder einen richtig großen Mann gesehen:
Leider war bereits ein weibliches Wesen seit Tagen nach ihm auf der Suche:
Und fast wie im wahren Leben gabs dann nach langem Warten ein glückliches Wiedersehen:
So beeindruckend die Puppen waren, leider hat das ganze Spektakel meine Erwartungen nicht ganz erfüllt, die Geschichte war ziemlich an den Haaren herbeigezogen und hatte im Ursprung nichts mit der deutschen Wiedervereinigung zu tun, so dass für mich das emotionale Happy End ausblieb, was auch damit zu tun hatte, dass die kleine Riesin unbedingt vors Brandenburger Tor pinkeln musste und der große Riese vor lauter Wiedersehensfreude nen Moonwalk zu Michael Jacksons Thriller getanzt hat... The Wind of Change wäre passender gewesen.
Ich glaube, ein anderes Datum wäre genauso gut, wenn nicht besser gewesen für den Besuch der zwei Riesen, denn sehenswert, spannend und beeindruckend war es auf jeden Fall. Besonders beeindruckend war vorallem die enorme Kraftanstrengung und die Koordination, die die vielen Puppenspieler über eine lange Zeit aufbringen mussten, ich hatte nicht erwartet, dass die Puppen mehr mit Muskel- denn mit Pferdestärke bewegt werden.
So ein bißchen habe ich mich gefühlt wie an Weihnachten und Ostern zusammen, die ganze Stadt war schon Tage vorher aufgeregt, jeder, den man nach seinen Wochenendplänen fragte, wollte die Riesen gucken gehen und gefühlt war auch mindestens die ganze Stadt auf den Beinen und stand sich am Brandenburger Tor gestern über drei Stunden lang die Füße platt, bis die Beiden sich endlich in die Arme fielen.
Wenn mir jetzt noch einer erklärt, wie und ob ich hier ein Video hochladen kann, könnte ich auch noch ein bißchen Livestimmung verbreiten...
Ich erlebe das erste Weckerklingeln im Dunkeln, mein Atem vernebelt meinen Blick, wenn ich in letzter Minute morgens dem Bus entgegen hechte und meine Zehen haben in den Sommerschuhen langsam Gefrierbrand.
Ich könnte jetzt sagen, ich mag keinen Winter, und will lieber den Sommer behalten, aber mein neues positiveres Ich spricht:
Endlich Zeit für Übergangsjacke und Übergangsschuhe - jipphie. Eine Freude, die ja dem männlichen Teil der Bevölkerung auf ewig verwehrt bleiben wird, Jahre meines Lebens habe ich damit zugebracht, den Unterschied von Sommer-, Winter- und Übergangskleidung zu erklären, aber egal ob deutsch, englisch oder dänisch, die etwas mitleidigen migräneankündigenden Blicke meiner Gesprächspartner ließen stehts auf Unverständnis schließen. Was wiederum bei mir Unverständnis hervorruft. Dabei ist es so logisch, wenn es zu kalt ist für den leichten Sommerpulli, aber noch zu warm für den Wintersteppmantel, ist die ideale Zeit für die Übergangsjacke. Logischer gehts nicht.
Und was schließen wir nun daraus? Richtig. Zeit für Shopping...
Bitte mal vortreten, wer dieses Wahlergebnis verzapft hat?!
Ich will keine blonde Zicke als Vizekanzlerin!!! Und schon gar nicht will ich, dass die Westerwelle mich im Ausland repräsentiert! Du ahnst es nicht... Ich bin für Neuwahlen.
Wer als 38jähriger Boxer 10 Runden komplett ohne Deckung kämpft auf den Gegner einschlägt und hinterher aussieht wie der blühende Morgen, der hat wohl alles erreicht, was man erreichen kann als Boxer. Die Klitschkos und ihre Opfer, so schön wie es ist, aber ich würde mir auch mal wieder einen spannenden Kampf wünschen.
Oder, sie hören auf mit dem Boxen und widmen sich endlich ihrer wahren Bestimmung, mir nackt aus Krieg und Frieden vorzulesen und mich mit Milchschnitte zu füttern...
Von einer Sekunde auf die andere hört dein Leben auf zu existieren und es gibt nichts, was du dagegen tun kannst. Du fühlst nichts, außer eine große, alles durchdringende Leere.
Du beginnst zu funktionieren, während du innerlich in dem Moment erstarrt bist, an dem alles zu Ende ging. Dein Herz würde aufhören zu schlagen, wenn es nur könnte, du sehnst dich nach tröstender Dunkelheit, die sich wie eine schützende Decke über die Trümmer deines Lebens legt, so dass kein Gedanke der Gewissheit den Schutzwall deiner Seele durchbrechen kann und du nie begreifen musst: Es ist vorbei.
Du legst dich schlafen, in der Hoffnung, am Morgen nicht mehr aufzuwachen, und träumst von glücklichen Momenten, von einem Leben, das nicht mehr gelebt wird, träumst als wäre nie geschehen, was nicht hätte geschehen dürfen und wenn du aufwachst, kommt der Schmerz. Es ist die Art Schmerz, der dir den Atem nimmt, der dir tief in dein Innerstes fährt, dorthin, wo die Liebe wohnt.
Irgendjemand sagt zu dir, man stirbt nicht an gebrochenem Herzen, aber genauso fühlt es sich an, nur das es nicht dein sinnloser Körper ist, der stirbt, sondern etwas viel Größeres, etwas viel Wichtigeres, das gemeinsame Wir. Jemand sagt zu dir, die Zeit heilt alle Wunden, der Schmerz wird irgendwann nachlassen, aber das hat in deiner Welt keine Bedeutung, denn es tut jetzt weh, und die Zukunft ist so weit fort.
Du beginnst, nur in der Gegenwart zu leben, einen dunklen Tag nach dem anderen, da die Vergangenheit zu schmerzvoll, und die Zukunft nicht mehr wichtig ist, beherrscht von einer einzigen Frage, auf die es keine Antwort geben kann: Warum?
Plötzlich bist du der einzige Mensch, um den sich dein Leben dreht, und du bist dir fremd, denn du bist nicht mehr Teil eines Ganzen, und obwohl du immer neben dem Wir noch ein eigenes Leben hattest, gehört auch dieses Ich der Vergangenheit. Wie sehr er dein Leben geprägt hat, wird dir in dem Moment klar, in dem du im Supermarkt vor dem Regal stehst, entschlossen etwas zu kaufen, was du gerne isst, aber du weißt gar nicht, was du gerne essen willst, denn du weißt nicht mehr, wer du bist.
Du gehst aus, und erträgst niemanden um dich, du bleibst zu Haus, und erträgst die Stille nicht. Du lachst, weil du keine Tränen mehr hast und du weinst, weil es den Druck auf deiner Seele nimmt. Während die Tage vergehen, verändert sich etwas tief in dir drin, so langsam, dass du es nicht bemerkst. Der Schmerz verändert sein Gesicht, er verletzt nicht mehr, er beginnt dich zu trösten, denn dieser Schmerz ist das einzige, das dir geblieben ist. Ihn zu verlieren bedeutet, alles zu verlieren, ohne den Schmerz bist du ganz allein. Und so beginnst du, Erinnerungen zu betrachten wie liebgewonne Urlaubsfotos, sonnst dich in idealistischen Illusionen mit der Gewissheit, etwas so besonderes, wie du erlebt hast, kann gar nicht einfach vorbei sein.
Und dann kommt der Moment der alles erschütternden Klarheit, ohne dein Wissen und Wollen beherrscht dich ein Gedanke: Es ist vorbei. Entgültig vorbei. Er wird nicht wieder kommen. Es ist der Moment, in dem dir klar wird, du wirst nie wieder glücklich werden. Du kannst dich nicht mehr daran erinnern, wie es war, als du glücklich warst, und kannst dir nicht vorstellen, dass du eines Morgens einfach aufwachen wirst, und einfach nur zufrieden sein wirst.
Und doch veränderst du dich weiter, du pflegst deinen Schmerz und deine Erinnerungen, aber immer öfter schieben sich Sonnenstrahlen vor die dunklen Wolken, und immer öfter folgt einer schmerzhaftschönen Erinnerung ein Aber. Aber weißt du noch, wie er dir weh getan hat. Aber weißt du noch, als du nachts wach lagst und nicht wusstest, ob er dich liebt. Aber weißt du noch, als ihr nicht gemeinsam in die Zukunft blicken konntet. Und das Aber kommt immer öfter, wird immer größer und stärker und, eines Abends, völlig ohne Grund, denkst du plötzlich: Arschloch. Und hast sofort ein schlechtes Gewissen.
Und du fängst an weg zu gehen, weil du möchtest, und nicht weil du das Gefühl hast, es wird von dir erwartet, du lachst, und überspielst nicht nur die Tränen, du überlegst, wann du das letzte Mal geweint hast, und weißt es nicht, du triffst Freunde, du tust dir Gutes, du schmiedest Pläne, du lebst.
Und eines Tages wirst du gefragt, wie es dir geht, und du antwortest: Gut! und erschrickst. Du horchst in dich hinein, ganz tief, du sondierst deine Gefühle, du überlegst hin und her, und stellst fest, es stimmt, es ist nicht klar, wie und wann und vor allem warum, aber ja, es geht dir gut. Einfach gut. Einfach so.
Du hast Frieden mit der Vergangenheit geschlossen, du bist froh, dass du sie erleben durftest, aber du weißt auch, dass sie keine Zukunft werden konnte. Du hast verziehen, und zwar dir selbst, du weißt, dass du es nicht ändern konntest, weil du weißt, dass du es versucht hast. Du bist zurück, zurück im Leben und zurück in einer Welt voller neuer Möglichkeiten. Und du wirst neugierig, auf das, was da draußen noch auf dich wartet.
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Nun ist es also Zeit für mich, nach einem Jahr die roten Schuhe wieder heraus zu holen und tanzen zu gehen. Die Regenerationsphase ist abgeschlossen und ich muss sagen, ich bin ein bißchen wehmütig, konnte ich mich doch wunderbar hinter dem Vorwand verstecken: Ach, ich trauere noch, ich bin frisch getrennt, ich muss gar nicht am Leben teilnehmen, lass mir Zeit. Aber das Leben kann man nicht ausschließen, irgendwann guckt es doch hinter der Ecke hervor, kneift einen in den Po, beschießt einen mit Popcorn und läuft kichernd davon, du kannst es einfach nicht ignorieren.
Ich blicke zurück auf das Jahr, und bin sehr stolz auf das, was ich geschafft habe. Es gibt drei Dinge, die mir dabei geholfen haben, und auch wenn ich es so ungerne sage, weil ich es so ungern gehört habe, das wichtigste war dabei die Zeit. Die Zeit läuft für dich, ob du willst oder nicht, und mit jedem Tag der vergeht, rückt die Vergangenheit in den Hintergrund und die Zukunft näher. Du musst dir diese Zeit nur nehmen. Lass dich nicht unter Druck setzen, es wird Menschen geben, die von dir erwarten, dass du nach Wochen, nach Monaten, den Schalter umlegst und so tust als wäre nichts geschehen. Das kann niemand beeinflussen, es dauert, so lange es dauert. Und du hast alle Zeit der Welt.
Das zweite waren Freunde. Alte Freund und neue Freunde, alte Freunde, die die Vergangenheit kennen und das Wir, und die zuhören und immer wieder, völlig ungefragt aber doch mit Vehemenz, deine Gedanken in die Zukunft lenken, wenn du drohst, in der Vergangenheit zu versinken. Und neue Freunde, die dich nicht als Teil einer Partnerschaft kennen, sondern für die du nur du bist, und die die Leere in deinem Leben füllen, bei denen du dich ganz fühlen kannst und nicht einsam, weil jemand in der Runde fehlt, die unbelastet und voller Lebensfreude durch dein Leben trampeln, weil sie dein Leid nicht kennen und dich nicht schonend behandeln, sondern dich mitreißen, weil du für sie einfach nur eine von ihnen bist.
Und ein Mensch, der wohl am allerwichtigsten war, bin ich selbst. Denn egal, wieviele Freund dir helfend zur Seite stehen, durch den Schmerz musst du allein. Darum hör auf deinen Bauch, er weiß als einziger, was gut für dich ist, und zu welchem Zeitpunkt. Wenn dir nach weinen ist, dann weine, wenn dir nach schreien ist, dann schreie, wenn dir danach ist, abends vor dem Einschlafen so zu tun, als wäre alles in Ordnung und nie etwas geschehen, dann ist das so. Wichtig ist, dass du dir Gutes tust, und das du dich mit sovielen positiven Dingen wie möglich umgibst.
Ich genieße es nun, einfach normal zu sein, mit den üblichen Problemen, die Frauen um die 30 in der Großstadt haben, chronischer Geldmangel, chronischer Schuhtick und chronischer Brechreiz beim Anblick der männlichen Singles. Ich bin ganz genau wie die anderen, ich hebe mich nicht hervor, mir geht es weder schlechter noch besser, mein Leben ist schrecklich langweilig, ohne Hochs und Tiefs und das ist so angenehm, denn Gradlinigkeit und Verlässlichkeit sind genau das, was eine Seele trösten kann.
Genau so, wie es jetzt ist, kann es bleiben, und ich denke oft an den Moment zurück, an dem ich mir genau dieses Gefühl gewünscht habe.
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