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Montag, 30. November 2009

Ich kann so nicht arbeiten!

Ich habe ja schon viel erlebt im Büro, aber jetzt reichts! Da setzen die mir doch direkt an meinen Schreibtisch so einen blonden Sunnyboy mit breiten Schultern, strahlend blauen Augen und ebenso strahlendem Lächeln und erwarten auch noch von mir, dass ich mich um ihn kümmere.

Ich weiß nicht, wie ich mich jemals wieder konzentrieren soll, wenn ich jedes Mal, sobald er aus seiner Colaflasche trinkt, das Meer rauschen und die Möwen schreien höre und vor meinem inneren Auge Bilder von ihm in Hawaiishorts auf seinem Surfbrett auftauchen. Oder wie er vor unserem Farmhaus im Holzfällerhemd mit aufgekrempelten Ärmeln in zerrissenen Jeans das Feuerholz für das Kaminfeuer schlägt, vor dem wir uns gleich leidenschaftlich räkeln werden... So kann doch keine Frau vernünftig arbeiten!

Samstag, 28. November 2009

Befürchtung

Bei den Kollateralschäden, die die Weihnachtsfeier gestern in meinem Gesicht hinterlassen hat, muss ich heute abend wohl damit anfangen, mich mir selbst schön zu trinken, bevor ich mit den anderen Gästen anfange.

Das Positive ist, egal wie sie aussehen, sie werden groß sein, denn ich gehe gleich auf die Grosse-Leute-Party. Ich freue mich schon drauf, mal nicht von einem Ende des Raumes ungestört bis zum anderen gucken zu können und trotz hoher Schuhe Menschen zu treffen, zu denen ich aufgucken kann und mich nicht zum unterhalten runterbeugen muss, davon hab ichs nämlich noch von gestern im Kreuz...

Donnerstag, 26. November 2009

Es weihnachtet sehr.

Morgen ist Firmenweihnachtsfeier. Über 700 Leute für eine Location, die laut Internetseite für ca. 600 ausgelegt ist. Das bedeutet, dass das Outfit nicht nur umwerfend schön sondern auch möglichst bequem sein sollte, die Sitzschuhe sollten also im Regal bleiben, da an den Sitzplätzen gespart wird.

Oder, frau zieht den Tag über nur Turnschuhe an, so dass die Füße am Abend wunderbar erholt sind und entscheidet sich doch für die hohen Stiefel, die die Beine unter dem kurzen Rock so schön zur Geltung bringen.

Ja, ich glaube, so mache ich es.

Sonntag, 22. November 2009

Das Beste, was ich je gegessen habe!

Das Suchen hat ein Ende! Ich habe endlich ein Gemüse gefunden, reich an Ballaststoffen, Folsäure und Kalium, Vitamin E und Vitamin B, das schmeckt wie Zucker mit Zuckerfüllung und Zuckerüberguss (= Beschreibung des Ehemaligen für meine Lieblingsessen) - ein Traum! In der Antike schon als Gemüse kultiviert, lange Jahre in Vergessenheit geraten, ist sie heute endlich auf meinem Teller gelandet: die Pastinake!

Angesteckt von ihr und ihr gibts bei mir seit einigen Wochen ein samstägliches Obst- und Gemüsepaket frisch vom Bauern an die Haustür. Für mich, die ich zu gesundem Essen gezwungern werden muss, die noch nie in ihrem Leben einfach mal so Appetit auf einen Apfel hatte und die immer nur die üblichen drei Gemüsesorten kauft (Mais, Möhren und Gurken), ist das Paket unheimlich praktisch. Plötzlich liegen Gemüsesorten in meinem Kühlschrank, die ich zwar schon immer mal kochen wollte, aber irgendwie doch nie getan habe.

Und so gab es gerade ein Möhren-Pastinaken-Püree mit geschmorten Zwiebeln und selbstgemachtem Rote-Bete-Salat, nicht nur gesund, sondern auch so süß, dass ich für den Rest des Tages auf jegliche Zuckerzufuhr verzichte - und das passiert mir sehr sehr selten. Ich bin begeistert und mache mich jetzt auf die Suche nach Rezepten und einem Gartenbaubetrieb, der aus meinem Balkon ein Pastinakenbeet zaubert...

Montag, 16. November 2009

Verschleißerscheinungen

  • Wenn ich zügig gehe und dabei kräftig auftrete, tut es mir zwischen meinen Schulterblättern weh.
  • Wenn es ganz leise ist, kann ich meine Wirbel knirschen hören.
  • Wenn ich den Kopf auf die Brust drücken will, zieht es im Kreuz.
Im Freundes- und Bekanntenkreis jagt ein Bandscheibenvorfall den nächsten und mich würde sehr stark interessieren, woran ich merke, dass meine Bandscheibe auch bedürftig ist? Ich gehe nämlich ganz verschärft davon aus, dass es diesmal nicht meine innig geliebte Wanderniere ist, die sich irgendwie zwischen den Schulterblättern verkanntet hat. Mich dünkt, ich werde wohl um die Anmeldung im Fitnessstudio nicht mehr drum rum kommen.

Ärgerlich irgendwie, wo mir faul sein doch viel mehr Spaß macht...

Montag, 9. November 2009

9. November 1989

Für einen kleinen blonden Jungen und ein nicht ganz so kleines, blondes Mädchen war es ein ganz normaler Abend. Die Vorstellung von "Paul und Paula - Die Legende vom Glück ohne Ende" hatte bereits begonnen und nach einigen Vorstellungen hielt sich die Aufregung der beiden längst in Grenzen, die Theaterbühne war ein großer Spielplatz und ihre Rollen als Paulas Kinder fast schon Gewohnheit. Etwas komisch an diesem Abend waren die laufenden tonlosen Fernseher hinter der Bühne, in der Maske und in der Kantine, aber beim Fange spielen über die Probebühne spürten die beiden nichts von der leisen Anspannung, die die Erwachsenen ergriffen hatte.

Nach der Pause war plötzlich alles anders. Die Großen fielen sich in die Arme, ein Wispern ging durch das Theater und vom Bühnentechniker bis zum Nebendarsteller, alle flüsterten sie einen Satz: "Die Grenzen sind offen." Völlig unbeeindruckt steht das nicht ganz so kleine Mädchen auf der Hinterbühne, schielt zu dem kleinen Jungen hinüber und wartet auf den Auftritt, bei dem die Beiden in die Rolle von Grenzsoldaten schlüpfen. Was genau Grenzsoldaten sind, weiß das Mädchen nicht, die Rolle ist aber trotzdem nicht schwer, sie muss dort nur mit dem Jungen stehen, und eine Schranke auf und zu machen, wenn jemand kommt, meistens allerdings müssen sie die Schranke zu lassen und "Kein Durchlass" sagen.

Plötzlich wird das nicht ganz so kleine Mädchen von einem ihrer großen Kollegen beiseite genommen, sie wird gedrückt und ihr wird leise ins Ohr geflüstert: "Die Grenzen sind offen! Sag Matthias, ihr müsst die Grenzen heute auflassen, ihr lasst jeden durchgehen!" Und schon wird sie auf die Bühne geschoben, sie läuft auf den vorderen Bühnenrand zu, an dem die Uniformjacken der Soldaten hängen, und als der kleine Junge von der anderen Seite auf sie zu kommt, ruft sie ihm flüsternd aufgeregt "Wir müssen heute die Grenzen auflassen!" entgegen. Und plötzlich schallt ein Lachen, ein Pfeifen und Klatschen durch das Theater und das Mädchen erschrickt und denkt, sie hat etwas falsch gemacht, aber auch ihre großen Schauspielkollegen lachen und schieben sie in ihrer viel zu großen Uniformjacke der offenen Schranke entgegen, die an diesem Abend nicht wieder geschlossen wird.
Das sich an diesem Abend etwas wirklich Großes verändert hat, begreift das nicht ganz so kleine Mädchen aber erst an einem Tag im Dezember , als ihr das so lange ersehnte rote Halstuch der Thälmannpioniere in einem so untypischen, unfestlichen Rahmen im Klassenzimmer in die Hand gedrückt wird, mit den Worten, "Ihr seid die letzten, die es noch bekommen."
Vier Jahre später, schwerpubertierend und chronisch genervt, im Geschichtsunterricht der 8. Klasse, wurde ich zum ersten Mal bewusst mit den Bildern des 9. Novembers 1989 konfrontiert. Weder mich noch meine Banknachbarin und Freundin ließen diese natürlich damals kalt, was sie jedoch in uns auslösten, war etwas, das man heute Fremdschämen nennt. Wir starrten uns an und ich erinnerte mich an einen Satz meiner Deutschlehrerin, kurz nach dem Mauerfall: "Es ist ein schlechter Vogel, der sein eigenes Nest beschmutzt."

Heute natürlich erkenne ich das Ausmaß dieser Aussage, damals jedoch war es mir unvorstellbar, wie diese Menschen, die doch wie ich in dem selben Land aufgewachsen waren, wie von Sinnen über eine Mauer kletterten, als hätten sie Zeit ihres Lebens nackt und in Ketten bei schimmeligem Brot dahinter ihr Dasein fristen müssen.

Erst viele Jahre später, als ich selbst nach Berlin gezogen war und mich mit echten Berliner unterhalten habe, die tagtäglich mit der Mauer leben mussten, die am S-Bahnhof Friedrichstraße auf eine Grenze trafen, und jeden Tag spürten, dass dort, auf der anderen Seite, Menschen lebten, erst da habe ich wirklich verstanden, wie eingesperrt sich manche Menschen gefühlt haben müssen. Ein zwiespältiges Gefühl beim Betrachten der Bilder jedoch ist bis heute geblieben.

Vor kurzem stand ich wieder vor der Gedenktafel der Mauertoten am Reichstag, und auch wenn ich mehr verstehe, als damals als 9-jährige oder als 14-jährige, wenn ich weiß, welchen dunklen Pfad das Land meiner Kindheit politisch beschritten hat, so kann ich mir noch immer nicht vorstellen, welche Repressalien, welches Elend, welche furchtbaren Gründe es gegeben haben kann, das Liebende ihren Partner, Mütter ihre Kinder, Söhne ihre Eltern verraten haben, und es bei ihrer Flucht in Kauf genommen haben, Freunde, Kollegen, Familienmitglieder und die eigenen Kinder einer unvorstellbaren Gefahr auszusetzen.

Es ist sicherlich das Unvermögen einer Unwissenden, die viele Kilometer von der deutsch-deutschen Grenze aufgewachsen ist, deren Welt als Kind unvorstellbar groß war, denn wer am Ostseestrand übers Meer bis zum Horizont, oder wie Martin Grambauer sagen würde "bei Sonnenschein bis nach Afrika" gucken konnte, wer sollte da als Kind auch nur eine Ahnung von Mauern und Grenzen haben. Und doch scheint es nicht nur mir so zu gehen, in einem der unzähligen Politikerinterviews in den letzten Tagen sagte Wolfgang Thierse sinngemäß, was ich so lange nicht in Worte fassen konnte: Dieses Verlangen, diese Neugier nach Drüben, konnte nicht plötzlich ein asoziales Verhalten rechtfertigen.

Was die Geschichte der DDR und die Erfahrung der Ostdeutschen angeht, so wird es immer unzählige Wahrheiten geben. Die Geschichte des Mannes, der um die Sicherheit seiner Familie fürchten musste, weil er politisch angeeckt war, ist genauso wahr, wie die Geschichte des kleinen Mädchens, das stolz wie Timur sein Pionierhalstuch trug und noch heute alle Pionierlieder auswendig kann. Es gab die Welt der Kinder, die ich jedem Kind heute wünschen würde, und es gab die Realität der Erwachsenenwelt, die zu recht vor 20 Jahren ihren politischen Schrecken verlor.

Einen klugen Spruch habe ich noch gelesen, nur kriege ich ihn leider nicht mehr originalgetreu zusammen, was die Wahrheit in den Worten jedoch nicht schmälert:

"In der Trennung vereint, durch die Vereinigung getrennt."

Ich bin gespannt, wieviele Generationen es noch dauern wird, bis auch die Mauer in den Köpfen endgültig gefallen sein wird. Ich wünsche mir persönlich nur eins, dass mir zugestanden wird, dass ich, in dem Land meiner Kindheit, das nicht mehr existiert, in das ich nicht auf der Suche nach meinen Wurzeln zurückkehren kann, wo ich nicht die Speisen der Kindheit wieder kosten kann, weil es die Zutaten nicht mehr gibt, dass ich dort eine wunderschöne Kindheit hatte, mit wunderschönen Erinnerungen und Erlebnissen, und ich sehr traurig bin, dass ich diese Dinge nicht an meine Kinder weitergeben kann, ihnen nie vermitteln werde können, was die weihnachtliche Märchenstunde nach Frühstück und Gänsebraten, Timur und sein Trupp und der Kampf um die goldene Eins im Ferienlager einmal für ein nicht ganz so kleines, blondes Mädchen bedeutet haben.

Sonntag, 1. November 2009

Prosit Neujahr

Heute in zwei Monaten ist das Jahr 2009 schon Geschichte... die Zeit rennt.

Aber zum ersten Mal seit ewigen Jahren wusste ich schon im Oktober, was ich an Silvester machen würde. Im Gegensatz zu all den anderen Jahren, wo ich feste Pläne oft erst am 31. Vormittags schmiedete, ist heute schon klar, es geht gleich nach den Weihnachtsfeiertagen nach Stuttgart, den Ex-Lieblingsstudi besuchen.

Ich bin gespannt, wie Silvester ohne das Brandenburger Tor sein wird. Dieses Jahr wird eben alles anders.

Samstag, 31. Oktober 2009

Unhappy Halloween

Mit Halloween werd ich mich wohl nie wirklich anfreunden können...

Mittwoch, 28. Oktober 2009

time for a date

Ich habe ab genau jetzt ein bißchen über zwei Wochen Zeit, noch schöner, noch schlanker und noch begehrenswerter zu werden.

Worauf hab ich mich da nur eingelassen, gottohgottohgott.

Das erste Date seit über 6 Jahren, ich weiß gar nicht, wie das geht?

Und was zieh ich an?

Ganz klar, ich muss shoppen gehen, vorher passiert hier gar nichts.

Ein bißchen unheimlich sind mir die Zufälle und Umstände und Gemeinsamkeiten... da muss ein Haken sein, ich weiß es. Ich sollte vielleicht doch erstmal in seinen Keller gucken, ob seine Mutter dort im Schaukelstuhl vor der Heizung sitzt...

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Seltsam

Eine seltsame Begleiterscheinung des Single-Sein ist, dass ich mir als alleinstehende Frau etwas komisch vorkomme, mich mit einem verheirateten Mann zu verabreden. Dabei passiert das aus rein sympathischen Gründen und ich hoffe, irgendwann kann seine Frau auch mal dabei sein, und wenns unbedingt sein muss auch dieser kleine vierjährige Blondschopf, der sich völlig unerschrocken neben mich gesetzt hatte und mir die Bratwurst vom Teller aß (... und wer mich kennt weiß, dafür gehört eigentlich mehr Mut, als ein normaler Vierjähriger haben kann...), und doch komme ich mir seltsam vor.

Wahrscheinlich liegt das daran, dass ich selbst früher immer behauptet habe, eine reine Freundschaft zwischen Mann und Frau kann nicht existieren und es als äußerst kritisch angesehen habe, wenn einer "meiner" Männer irgendwelche zarten Freundschaftsbande mit dem weiblichen Geschlecht aufrecht erhielt, jüngste Erlebnisse haben aber selbst mich vom Gegenteil überzeugt.

Ich bin im Moment sowieso Mitglied einer Randgruppe, eine Zahl hinter dem Komma in der Statistik, eine Alleinstehende in einer Gesellschaft voller junger Eltern und verheirateter Paare, und so sehr ich dazu gehören möchte, so sehr habe ich Angst, ausgegrenzt zu werden, weil ich eben nicht den Partner im Rücken habe, der signalisiert, die ist harmlos, die ist vergeben...

Luftgebilde

mohrleaugen

Frischluft

Ich kann so nicht arbeiten!
Ich habe ja schon viel erlebt im Büro, aber jetzt...
June_blogt - Mo, 30. Nov, 21:21
Befürchtung
Bei den Kollateralschäden, die die Weihnachtsfeier...
June_blogt - Sa, 28. Nov, 19:21
Es weihnachtet sehr.
Morgen ist Firmenweihnachtsfeier. Über 700 Leute...
June_blogt - Do, 26. Nov, 21:34

Luftströmung


Sauerstoffjunkies

Luftveränderung

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Angeatmet

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Lungenvolumen

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Zuletzt aktualisiert: Mo, 30. Nov, 22:31

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